Eine alte Tradition – Das Markwerbener Eierbetteln

Beim Markwerbener Eierbetteln handelt es sich um einen alten Brauch, der in der Ortschaft seit 1819 schriftlich nachgewiesen ist. Aber schon nach dem Dreißigjährigen Krieg soll das Eierbetteln durchgeführt worden sein. Das Eierbetteln findet immer Kleinpfingsten (eine Woche nach Pfingsten) statt. Der Grund für diesen Brauch ist nicht ganz geklärt. Zum einen meint man, dass nach den überstandenen Kriegsjahren (1618-1648) die neue Friedenszeit jedes Jahr gefeiert wurde. Eine andere und die wahrscheinlich richtige Variante ist, dass man durch die vielfältigen Verkleidungen böse Geister, Krankheiten und Unheil von dem Dorf fernhalten wollte. Außerdem sollte gleichzeitig der Frühling und der anschließende Sommer begrüßt werden.
Als Symbol des wiederkehrenden Frühlings und der neuerweckten Natur steht der Birkenbaum (im Volksmund auch Maie genannt). Vor jedem Haus wird zu Kleinpfingsten am Samstag eine Maie durch die Pfingstburschen aufgestellt. Schon im Vorfeld werden für das Eieressen Eier, Wurst, Speck und Schinken bei den Einwohnern der Ortschaft eingesammelt. In die Pfingstgesellschaft durften nur Verheiratete eintreten. In der heutigen Zeit wird diese Regelung nicht mehr so streng gehandhabt. Der Grund liegt darin, dass heute viele Paare nicht mehr heiraten und in eheähnlichen Gemeinschaften leben. Jeder neue Pfingstbursche muss vor Eintritt eine Taufe über sich ergehen lassen.
Das eigentliche Eierbetteln findet am Sonntag statt. Ab dem frühen Nachmittag ziehen die verkleideten Eierbettler durch das Dorf und erbetteln bei den Einwohnern kleine Geldbeträge (das ist eine Besonderheit des Markwerbener Eierbettelns) die in einer Blechdose gesammelt werden. Zum Ausklang trifft man sich auf dem Dorfanger oder im Gemeindesaal um zusammen den Tag ausklingen zu lassen.